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Verunreinigtes Trinkwasser: Krank durch Leitungswasser?

Durch verunreinigtes Trink- oder Leitungswasser können Menschen krank werden.

Von verunreinigtem Trinkwasser wird gesprochen, wenn das Wasser Krankheitserreger oder andere Bestandteile in einer Konzentration enthält, die für Menschen gesundheitsgefährdend sind.

Trinkwasserhygiene als entscheidender Faktor

Solange die Vorschriften und Anforderungen für eine einwandfreie Trinkwasserhygiene eingehalten werden, ist in Deutschland grundsätzlich davon auszugehen, dass Leitungswasser genusstauglich ist.

In Deutschland müssen auch Entnahmestellen von Anlagen, aus denen kein Trinkwasser bereitgestellt wird, gemäß § 13 der Trinkwasserverordnung dauerhaft und eindeutig gekennzeichnet sein. Dadurch soll verhindert werden, dass dieses Wasser versehentlich zum Trinken, Kochen oder für die Körperpflege verwendet wird.

Wann wird Leitungswasser zur Gefahr?

Leitungswasser wird nicht nur zum Trinken und Kochen, sondern auch zur Körperpflege, zur Reinigung von Gegenständen mit Lebensmittelkontakt sowie zu weiteren häuslichen Zwecken verwendet. Eine Erkrankung oder Infektion kann daher oral, über Wunden oder durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen (Aerosole) erfolgen.

Kritisch kann es werden, wenn die Konzentration bestimmter Mikroorganismen durch mangelnde Trinkwasserhygiene (zum Beispiel Stagnation in Trinkwasserleitungen, unpassende Temperaturen für Kalt- oder Warmwasser etc.) oder technische Defekte ansteigt.

Im Speziellen sind hier folgende Erregergruppen zu nennen:

  • Legionellen: Diese Bakterien vermehren sich ideal in warmem Stagnationswasser und können beim Einatmen von Aerosolen schwere Infektionen auslösen. Mehr erfahren Sie unter: Legionellen im Trinkwasser: So lässt sich das Risiko verringern.
  • Pseudomonaden: Der Keim Pseudomonas aeruginosa ist besonders in medizinischen Einrichtungen gefürchtet, da er aufgrund seiner starken Antibiotika-Resistenz zu den gefährlichen Krankenhauskeimen gehört. Details finden Sie hier: Pseudomonaden im Trinkwasser.
  • Coliforme Bakterien und E. coli: Diese gelten als Indikatoren für Verunreinigungen und dürfen im Trinkwasser nicht nachweisbar sein. Alles dazu unter: Coliforme Bakterien – Alles zu E. coli & Co.

Unser Beitrag Bakterien im Trinkwasser: Welche Keime können unser Wasser verunreinigen? bietet einen allgemeinen Überblick zu potenziellen Krankheitserregern im Trinkwasser.

Symptome: Krank durch Leitungswasser

Die Symptome bei verunreinigtem Leitungswasser hängen stark vom jeweiligen Erreger ab. Anzeichen können sein:

  • Magen-Darm-Beschwerden (typisch bei fäkaler Belastung)
  • Fieber und grippeähnliche Symptome (oft bei Legionellen-Infektionen)
  • Wundinfektionen
  • Entzündungen der Atemwege

Entsprechende Symptome sprechen aber nicht unbedingt für eine Erkrankung durch Trinkwasser und eine Abklärung durch einen Arzt ist unerlässlich.

Wie hoch ist das Risiko, durch Leitungswasser zu erkranken?

Trinkwasser in Deutschland wird auf Grundlage der Trinkwasserverordnung regelmäßig durch Wasserversorger und Gesundheitsbehörden überwacht. Dadurch wird eine hohe Qualität des Trinkwassers sichergestellt. Grundsätzlich ist daher die Trinkwasserqualität in Deutschland sehr hoch und das Risiko einer Erkrankung eher als gering einzuschätzen. 

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben allerdings ein höheres Risiko, durch kontaminiertes Wasser zu erkranken – womit das Thema Trinkwasserhygiene besonders in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen noch einmal an Bedeutung gewinnt.

Sonderfall: Legionellen im Urlaub

Ein oft unterschätztes Risiko ist die Belastung mit Legionellen im Urlaub.

In Hotels oder Ferienanlagen stehen Leitungen oft über längere Zeit still. Wenn das Wasser in den Rohren stagniert und die Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C liegen, vermehren sich Legionellen ideal. Beim ersten Duschen nach der Ankunft können diese Bakterien dann über den Wasserdampf eingeatmet werden.

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