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Pseudomonaden im Trinkwasser – vorbeugen, erkennen & beseitigen

 

Pseudomonaden sind Keime, die in Deutschland immer wieder für Aufsehen sorgen. Ein Grund dafür ist, dass sich Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern mit diesen Bakterien infizieren können. 

Pseudomonaden finden sich jedoch nicht nur im Krankenhaus. Sie kommen auch in Trinkwasser, Böden und Gewässern vor und können unter bestimmten Bedingungen Krankheiten auslösen. Wie Pseudomonas aeruginosa im Trinkwasser die Gesundheit beeinflussen kann und worauf Sie zum Schutz Ihrer Trinkwasserqualität achten sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was sind Pseudomonaden?

Pseudomonaden sind stäbchenförmige, gramnegative Bakterien mit polaren Geißeln – fadenförmige Gebilde, die der Fortbewegung dienen –, die keine Sporen bilden.

In der Umwelt sind Pseudomonaden allgegenwärtig und leben oft von abgestorbenem organischem Material. Sie sind sehr anpassungsfähig und benötigen nur wenige Nährstoffe.

Man findet sie unter anderem im Boden, im Wasser, auf Pflanzen oder Tieren.


Pseudomonas aeruginosa – ein auch für Menschen gefährlicher Keim

Pseudomonas aeruginosa ist eine sehr gut untersuchte und die humanmedizinisch wichtigste Art der Gattung Pseudomonas, die vor allem in Gesundheitseinrichtungen immer wieder relevante Infektionen verursacht. Sie wurde bereits 1882 vom französischen Apotheker Carle Gessard beschrieben.

Besonders problematisch sind antibiotikaresistente Stämme. Dabei ist wichtig zu betonen: Pseudomonas aeruginosa ist nicht grundsätzlich multiresistent. Ob eine Resistenz vorliegt, hängt jeweils vom spezifischen Stamm ab. Wenn Stämme gegenüber mehreren Antibiotika unempfindlich sind, spricht man von multiresistenten Pseudomonaden.

Lebensräume und Vermehrung

Die Bakterien bevorzugen feuchte Gebiete, wie Wasserleitungen, Spülbecken, Toiletten oder unzureichend gechlorte Schwimmbecken.

Pseudomonaden können sowohl unter nährstoffreichen als auch unter nährstoffarmen Bedingungen (über)leben. Optimal vermehren sie sich bei 9°C bis 42°C, sprich sowohl im Kaltwasser- als auch im Warmwasserbereich.

Biofilm ist dabei ein optimaler Lebensraum, da er Schutz vor Umwelteinflüssen (wie Chlor, UV-Licht und heißen Temperaturen) bietet.

Übertragung der Bakterien

Die Übertragung dieser Bakterien erfolgt im Allgemeinen über kontaminiertes Wasser oder kontaminierte Oberflächen.

Die Übertragung in Kliniken erfolgt überwiegend durch Kontakt, z. B. über die Hände des Personals oder kontaminiertes medizinisches Equipment. Wasserführende Systeme (v. a. Becken-/Siphon- und Duschabflüsse) können als Lebensraum dienen und zur Übertragung beitragen, sind aber im Vergleich zur direkten Kontaktübertragung nicht der häufigste Übertragungspfad.

Die Krankheitsbilder einer Infektion hängen von der jeweiligen Pseudomonaden-Gattung ab. Pseudomonas aeruginosa löst vor allem folgende Krankheitsbilder aus:

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Blutvergiftung (Blutstrominfektion)
  • Harnwegs- und Wundinfektionen
  • Gehörgangsentzündung (Otitis externa)

Sind Pseudomonaden im Trinkwasser gefährlich?

Für gesunde Menschen stellen Pseudomonaden im Trinkwasser in der Regel keine Gefahr dar.

Menschen, die gesundheitlich angeschlagen sind oder sich in medizinischer Behandlung befinden, sind einem größeren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt.

Daher ist es in Krankenhäusern, (Zahn-)Arztpraxen und auch in Wohnhäusern essenziell, die Wasserqualität sicherzustellen. Wozu auch gehört, dass das Leitungswasser frei von krankheitserregenden Keimen ist.

Wasserfilter für Wasserhahn & Duschkopf als Sofortmaßnahme

Der Einsatz von Wasserfiltern für Wasserhahn und Duschkopf kann nicht nur bei einer Kontamination eine sinnvolle Sofortmaßnahme darstellen. Auch ist der Einsatz solcher Filter eine empfehlenswerte Maßnahme zum Schutz der Gesundheit.

Pseudomonaden vorbeugen

Vorbeugung ist allgemein die beste Maßnahme gegen ungebetene Bakterien oder Keime im Trinkwasser. Dazu gehört zum Beispiel die Verhinderung von Stagnationswasser durch regelmäßige Spülung des gesamten Trinkwassersystems, wobei einige Minuten das Wasser laufen lassen, nicht ausreichend ist. Wichtig ist zudem, auch Infektionsrisiken aus dem Abwasser zu berücksichtigen, etwa durch Aerosole aus dem Sperrwasser in Waschbecken und Duschen.

Auch mangelhafte Leitungssysteme fördern eine Vermehrung der Keime und sollten entsprechend auf den aktuell anerkannten Stand der Technik gebracht werden.

Die halbjährliche Untersuchung des Wassers in den Hausinstallationen auf spezielle Erreger ist eine unerlässliche Kontrollmaßnahme.

Auch die konsequente Einhaltung der Hygienepläne, darunter chemische oder thermische Desinfektionsmaßnahmen, tragen zur Eindämmung der Wasserkeime bei.

Eine wirksame Präventionsstrategie ist die Nutzung endständiger oder Inline-Sterilwasserfilter, mit denen sich u.a. in Krankenhäusern die Rate von Pseudomonas aeruginosa-Infektionen sofort reduzieren lässt. Wobei hier auch wichtig ist, dass eine retrograde Kontamination durch die genutzten Filter ausgeschlossen ist.

Nachweis von Pseudomonaden

Wer die Befürchtung hat, dass Pseudomonaden in zu hoher Konzentration im Leitungswasser vorhanden sind, erhält im ersten Schritt genauere Informationen durch eine Wasseranalyse. Da sich die Keime nicht nur an den Armaturen, sondern auch in der gesamten Gebäudeinstallation befinden können, kann ausschließlich eine professionelle Trinkwasseranalyse Auskunft über die Belastung mit Pseudomonaden geben.

Wenn Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen wird, sind entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dazu zählen Spülungen, Materialaustausch und Desinfektionsverfahren, entweder einzeln oder kombiniert.

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