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Temperaturen Leitungswasser: Wichtig für Warm- & Kaltwasser
Die richtige Temperatur des Leitungswassers spielt eine wichtige Rolle für die Trinkwasserhygiene. Denn sowohl zu hohe Temperaturen im Kaltwasser als auch dauerhaft zu niedrige Temperaturen im Warmwasser können hygienische Risiken innerhalb der Trinkwasser-Installation begünstigen.
Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Temperaturen für Warm- und Kaltwasser empfohlen werden und welche Faktoren zusätzlich berücksichtigt werden sollten.
Warum die Temperatur von Leitungswasser so wichtig ist
Die Temperatur beeinflusst maßgeblich die hygienische und mikrobiologische Qualität des Trinkwassers. Kritisch sind insbesondere Temperaturbereiche, in denen sich wasserassoziierte Mikroorganismen unter geeigneten Bedingungen verstärkt vermehren können.
Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gelten geeignete Temperaturverhältnisse deshalb als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene.
Neben der Temperatur spielen jedoch auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Trinkwasserhygiene. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Artikel „Trinkwasserhygiene: Leitfaden für sauberes und sicheres Trinkwasser“.
Warmwasser: Sind 40, 45, 50 oder 60 °C hygienisch sinnvoll?
Aus energetischen Gründen wird häufig gefragt, ob Warmwasser dauerhaft mit 40 °C, 45 °C oder 50 °C betrieben werden kann oder ob 60 °C erforderlich sind.
Aus hygienischer Sicht gelten dauerhaft reduzierte Warmwassertemperaturen als kritisch. Insbesondere Temperaturen zwischen etwa 25 °C und 45 °C können unter geeigneten Bedingungen die Vermehrung von Legionellen sowie weiterer hygienerelevanter Mikroorganismen begünstigen.
60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers sind bei zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen empfohlen
Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gemäß DVGW-Arbeitsblatt W 551 soll die Temperatur des Warmwassers bei zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen am Austritt des Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C betragen. Die Temperatur sollte auf dem Weg durch die Warmwasserleitungen im gesamten Zirkulationssystem um höchstens 5 K sinken. Das Wasser, das zum Speicher zurückfließt, sollte daher in der Regel noch mindestens 55 °C warm sein.
Die Temperatur von heißem Leitungswasser spielt insbesondere bei zentralen Warmwasseranlagen eine wichtige Rolle für die Trinkwasserhygiene. Geeignete Temperaturverhältnisse helfen dabei, hygienisch kritische Bereiche innerhalb der Trinkwasser-Installation möglichst zu vermeiden.
Frühzeitig erkannte Temperaturabweichungen können dazu beitragen, hygienische Risiken innerhalb der Trinkwasser-Installation zu minimieren und kostenintensive Folgemaßnahmen zu vermeiden.
Wann reduzierte Warmwassertemperaturen besonders kritisch werden können
Besonders kritisch können reduzierte Temperaturen werden bei:
- stagnierenden Leitungsabschnitten,
- unzureichender Zirkulation,
- fehlendem hydraulischem Abgleich,
- langen Leitungswegen,
- oder ungünstigen Temperaturverhältnissen innerhalb der Installation.
Denn eine Kombination von unzureichenden Temperaturen und einem oder mehreren der aufgeführten Aspekte erhöht die Gefahr der Vermehrung hygienerelevanter Mikroorganismen zusätzlich. Besonders kritisch sind zu niedrige Warmwassertemperaturen, wenn einzelne Leitungsabschnitte kaum genutzt oder nicht ausreichend durchströmt werden. Auch eine schlecht eingestellte Zirkulation kann dazu führen, dass das Wasser in Teilen der Anlage zu stark abkühlt. Unter solchen Bedingungen können sich Legionellen leichter vermehren.
Alternative Lösungen für unterschiedliche Anlagenkonzepten
Je nach Anlagenkonzept, Betriebsweise und Anwendungsbereich können unterschiedliche technische Lösungen oder alternative Hygienekonzepte zur Anwendung kommen.
Bei einer dezentralen Trinkwassererwärmung wird das Wasser beispielsweise erst nahe der Entnahmestelle erwärmt.
Soll dagegen die Temperatur in einem bestehenden zentralen Warmwassersystem gesenkt werden, muss die hygienische Eignung für diese Anlage gesondert geprüft und nachgewiesen werden.
Kaltwasser: Die unterschätzte Gefahr steigender Temperaturen
Nicht nur Warmwasserleitungen sind hygienisch relevant. Auch Kaltwasser kann problematisch werden, wenn sich das Wasser innerhalb der Installation zu stark erwärmt.
Steigt die Temperatur im Kaltwassersystem dauerhaft über etwa 20 °C bis 25 °C an, können sich ebenfalls hygienisch kritische Bedingungen innerhalb der Trinkwasser-Installation entwickeln.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- unzureichende Dämmung,
- thermische Wechselwirkungen zwischen Warm- und Kaltwasser,
- hohe Umgebungstemperaturen,
- oder stagnierende Leitungsabschnitte.
Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik sollte Kaltwasser möglichst dauerhaft unter 25 °C und idealerweise unter 20 °C gehalten werden.
Korrekte Wassertemperaturen als zentrale Säule der Trinkwasserhygiene
Die Kontrolle der Temperaturen im Leitungswasser gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene.
Wir unterstützen Sie mit unserem umfassenden Service-Angebot zum Risikomanagement – von der Erstellung fachkundiger Risikoabschätzungen bis hin zur Implementierung wirksamer Schutzmaßnahmen.
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