Wir von Aqua free freuen uns sehr, dass wir mit Jacob Heidtmann in den Austausch gehen können.
Er: Schwimmer, Ausnahmetalent und Young Rebel. 

Sponsorship Jacob Heidtmann 

 

Olympionike für Tokio 2021

On The Road to Gold.

Jacob Heidtmann wurde drei Mal hintereinander Deutscher Meister (2015, 2016 und 2017) und holte sich bei den Europameisterschaften in Glasgow 2018 Gold. 26 Jahre jung, trainiert er aktuell für die Olympischen Spiele 2021. Sein Ziel: sich die Goldmedaille zu holen.


Jacob bei den Vorbereitungen für Tokio 2021. Foto © Jo Kleindl

Jacob ist ein High-Performer. Unter dem Hashtag #efficiency schrieb er, dass "es nicht darauf ankommt, wie viele Stunden man etwas macht, es kommt vielmehr darauf an, was man in diesen Stunden macht".

Seine Disziplinen sind die längeren Freistilkonkurrenzen und das Lagenschwimmen.

 

Interview 

Trainingsvorbereitungen, Trainingsziele und was in turbulenten Zeiten wichtig ist.

 

Aqua free: Wie sieht dein Alltag aus – was tust du aktuell, um dich auf die Olympiade vorzubereiten?

Jacob Heidtmann: „Es geht endlich in die heiße Phase! Die Qualifikation ist endgültig durch und nun beginnt das Fine Tuning. Das bedeutet, dass wir an vielen kleinen Details, wie Renntaktik oder technischen Aspekten arbeiten, um die finalen Zehntelsekunden herauszuholen. Der Großteil der Arbeit ist getan, was nicht bedeutet, dass ich mich jetzt ausruhen kann. Ganz im Gegenteil: In dieser Phase aktuell entscheidet sich, wie weit nach oben es gehen kann; sehr spannend also!“

AF: Hast du dir schon ein gutes Mindset erarbeitet, um in Tokyo 2021 optimal für deine Wettkämpfe aufgestellt zu sein?

JH: „Parallel zu der Form im Wasser muss natürlich auch mein Kopf gut auf die Herausforderungen vorbereitet sein. Gemeinsam mit meinem Psychologen aber auch mit meinem Trainer oder meiner Trainingsgruppe stimmen wir uns auf die Wettkämpfe ein und freuen uns auf die Jagd nach den Platzierungen.“

AF: Nimm uns mit, du hast dich bestimmt schon mit Japan und den länderspezifischen Gepflogenheiten beschäftigt. Was tut und lässt man in Japan besser?

JH: „Dank des Schwimmens durfte ich nun schon zwei Mal in Japan sein. Beim Weltcup in Tokio 2018 konnten wir schon mal testen, wie gut das Sushi wirklich schmeckt. Und wir wurden nicht enttäuscht. Auch die Karaoke Bar am letzten Abend der Wettkämpfe hat mir die japanische Kultur etwas näher gebracht. Vor der WM 2019 in Südkorea haben wir unser Vorbereitungstrainingslager im japanischen Kumamoto verbracht, wo wir auch vor den Olympischen Spielen wieder hinfahren werden.

Selten in meinem Leben habe ich ein so höfliche, demütige aber auch stolze Menschen erlebt wie dort. Wir wurden zu einem lokalen Fußballspiel der dritten Japanischen Liga eingeladen, wo das FC St. Pauli Logo (Hamburger Fußballverein) auf meinem T Shirt direkt erkannt wurde, weil der FC St. Pauli auch einen japanischen Spieler unter Vertrag hat. Das war ein einmaliges Erlebnis! Durch die Quarantäne Maßnahmen in diesem Jahr werden wir wohl leider nicht bei unserem Lieblings Ramen Restaurant von damals vorbeischauen können. Aber hoffentlich zaubert uns die Hotelküche ab und zu etwas Ramen. Das ist nämlich auch für mich als Vegetarier eine super Option, die Landesküche zu genießen!“

Für Japan gelten andere Bräuche als bei uns. Einen kleinen Einblick in die länderspezifischen Gepflogenheiten gebe ich euch hier: 

Japan: How To

Do’s

  • Bescheiden sein: Wenn jemand beispielsweise sagt, dass man etwas sehr gut kann oder gut gemacht hat, lautet die Antwort: „Nein, so gut war das gar nicht“. In Japan weist man Komplimente immer ab.
  • Schlürfen beim Essen gilt in Deutschland als No-Go. In Japan hingegen signalisiert es dem Koch, dass das Essen wirklich sehr gut geschmeckt hat. Ein Plus: Man erlebt auf diese Art den vollen Geschmack.
  • Es gehört zum guten Ton, Geschäftspartnern regelmäßig kleine Geschenke zu machen. Die Verpackung soll unbedingt makellos aussieht, die Farben Weiß und Schwarz sollten vermieden werden, da diese mit dem Tod assoziiert werden.

Don’ts

  • Visitenkarten gelten in Japan als Zeichen des Respekts. Deshalb: nicht beschreiben (keine Notizen darauf machen) und nicht sofort einstecken (dies würde sonst signalisieren, dass man die andere Person nicht als wichtig ansieht). Am besten die Karte noch eine Weile vor sich liegen lassen oder einfach in der Hand halten. Das Entgegennehmen der Karte erfolgt mit einer leichten Verbeugung und wird am besten in beiden Händen gehalten.
  • Ramen sind japanische Nudeln. Beim Essen unbedingt darauf achten, die Essstäbchen nicht senkrecht ins Essen zu stecken. Das ist Opfergaben für Tote vorbehalten. Komplett andere Kultur als in Europa: die Japaner essen eher nicht auf der Straße oder in öffentlichen Transportmitteln.
  • TaxifahrerInnen, KellnerInnen und Zimmerservice: in Japan gibt man kein Trinkgeld (da dies im Preis inkludiert ist). Da die Japaner ein ehrliches Volk sind, laufen sie einem Gast mit dem hinterlassenen Trinkgeld gern hinterher.

(Auch wenn das die japantypischen Regeln sind, handle ich in jeder Situation stets nach meinen eigenen Werten und intuitiv.)

#sponsorship #csr #Olympia #Knigge #Japan

Dir viel Spaß, ein gutes Training und eine optimale Vorbereitung auf der Zielgeraden!